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Gebärdensprache - was ist das?

Menschen, deren Gehör beschädigt ist oder gänzlich fehlt, bedienen sich der visuellen Gebärdensprache. Entgegen der Annahme, Gebärdensprache sei international, ist sie tatsächlich von Land zu Land unterschiedlich. Jede Nation hat ihre eigene Gebärdensprache, die durch starke regionale Dialekte geprägt sein kann. In den USA heißt die Sprache der Gehörlosen beispielsweise American Sign Language (ASL), in Frankreich Langue des Signes Franšais (LSF) und in Deutschland Deutsche Gebärdensprache (DGS).

Die Erforschung der Deutschen Gebärdensprache gehört zu den jüngsten Sprachwissenschaften, die erst in den 80er Jahren aufgenommen wurde. Seitdem herrscht Einigkeit darüber, dass die DGS eine vollwertige Sprache mit eigener Grammatik und eigenen linguistischen Strukturen ist. Sprachwissenschaftlich ist sie den gesprochenen Sprachen gleichgestellt.

  • Gebärdensprache ist nicht wie Pantomime an konkrete oder bildhaft darstellbare (ikonische) Inhalte gebunden. Wer Gebärdensprache gut beherrscht, kann mit ihr komplexe und abstrakte Ideen ebenso gut ausdrücken wie in der gesprochenen Sprache (Lautsprache).
  • Gebärdensprachen sind keine unvollständigen oder gebrochenen Formen der jeweiligen Lautsprachen eines Landes, sondern haben eine eigene linguistische Struktur. Die DGS verfügt sogar über einen umfassenden Gebärdenschatz (Lexikon).
  • Gebärdensprache ist eine natürliche Sprache, die sich entwickelt hat und nicht erfunden wurde wie zum Beispiel Esperanto. Sie wird meist von gehörlosen Kindern mit ebenfalls gehörlosen Eltern an ihre Mitschüler weitergegeben, da diese in ihrem hörenden Zuhause in der Regel nur begrenzt Zugang zu Gebärden haben. An vielen skandinavischen und amerikanischen Schulen gehört Gebärdensprache zum Unterricht. Seit Neuestem hat sie auch an vereinzelten Schulen in Deutschland einen Platz - als Unterrichtssprache wie auch als eigenständiges Fach.

Weitere Informationen über Gebärdensprache und ihre Erforschung finden Sie auf der Homepage des Instituts für Deutsche Gebärdensprache der Universität Hamburg: www.sign-lang.uni-hamburg.de

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