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Gehörlosigkeit bedeutet nicht nur, nicht hören zu können, sondern sie steht auch für eine andere Kommunikationsart. Viele Gehörlose entscheiden sich für die Gebärdensprache, um untereinander problemlos zu kommunizieren. Erst außerhalb der Gruppe, unter Hörenden, wird ihre Gehörlosigkeit zur Behinderung, die Verständigung unmöglich macht. So bekommt Gehörlosigkeit einen soziologischen Aspekt. Hier stellt sich die Frage, wer denn nun eigentlich kommunikationsbehindert ist: der Gehörlose, der gesprochene Sprache nicht hört, oder der Hörende bzw. Schwerhörige, der die Gebärdensprache nicht beherrscht?
Zu erwähnen ist darüber hinaus eine nicht bekannte Zahl von prälingual Ertaubten und hochgradig Schwerhörigen, die nur mit Hilfe der Gebärdensprache kommunizieren können. Sie sind rein visuell orientiert, unabhängig vom Grad ihrer Schwerhörigkeit.
Die visuelle Gebärdensprache gibt Gehörlosen die Möglichkeit, sich in ihrer eigenen Sprache auszudrücken und sich so eine eigene Identität zu schaffen. Die Anerkennung der Gebärdensprache als vollwertige, eigenständige Sprache erleichtert die Integration Gehörloser in die Welt der Hörenden. Ein psychologisch wichtiger Aspekt. Durch den Einsatz von Gebärdensprachdolmetschern bekommen sie Zugang zu dieser Welt und das Gefühl, hier willkommen zu sein.
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